Veranstaltungen in Österreich: was sich für ein Wochenende eignet

Veranstaltungen in Österreich: was sich für ein Wochenende eignet

Kaum ein Land in dieser Größenordnung hat ein so dichtes Veranstaltungsjahr wie Österreich. Zwischen Ballsaison im Winter und Festivalwiese im Sommer liegen nur ein paar Monate, und dazwischen passiert praktisch durchgehend etwas.

Kulturprogramm auf hohem Niveau

Die Spielpläne stehen meist ein halbes Jahr im Voraus fest. Das macht die Planung leichter als bei Popveranstaltungen, wo Termine kurzfristiger kommen.

Für Kurzentschlossene lohnt der Blick auf Restkarten am Veranstaltungstag. Sie werden bei mehreren Häusern kurz vor Vorstellungsbeginn freigegeben.

Brauchtum, Almabtrieb und Erntedank

Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht. Eine geordnete Übersicht dazu findet sich auf dieser Seite.

Aufsteirern in Graz ist eines der größten Volkskulturfeste des Landes und findet im September statt. Die Innenstadt wird dafür über ein Wochenende weitgehend umgewidmet. Weitere Beiträge aus Österreich gibt es unter znaki.fm/at-de.

VeranstaltungOrtZeitraum
Salzburger Festspiele Salzburg Ende Juli bis Ende August
Bregenzer Festspiele Bregenz, Seebühne Juli und August
Ars Electronica Festival Linz September
Jazzfestival Saalfelden Saalfelden, Pinzgau August

Bahn, Bus und Shuttle zur Veranstaltung

Für Veranstaltungen in den Landeshauptstädten ist die Anreise mit Bahn und Bus fast immer die bessere Wahl. Parkplätze sind knapp und an Veranstaltungstagen häufig gesperrt.

Die letzten Verbindungen am Abend fahren früher, als viele erwarten. Ein Blick auf den Rückfahrplan vor der Anreise erspart einiges.

Praktische Vorbereitung

Feste Schuhe sind auf Festwiesen sinnvoller als jede andere Vorbereitung. Der Untergrund wird nach einem Regenschauer schnell schwierig.

Bargeld ist bei kleineren Festen weiterhin nützlich. Nicht jeder Standler akzeptiert Karte, und der nächste Bankomat ist oft weit.

  • Termin und Programm auf der offiziellen Seite gegenprüfen
  • Unterkunft früh buchen oder weiter außerhalb suchen
  • Rückfahrplan vor der Anreise ansehen
  • Regenschutz auch im Hochsommer einpacken

Veranstaltungen für Familien

Treffpunkte für den Fall, dass man sich verliert, klärt man am besten vor dem Betreten des Geländes. Handyempfang ist bei vollen Veranstaltungen unzuverlässig.

Adventmärkte haben oft eigene Bereiche für Kinder, von Ponyreiten bis Bastelstationen. Diese Angebote laufen nachmittags und enden früher als der übrige Markt.

Budget für Tickets, Anreise und Unterkunft

Garderobegebühren fallen bei Bällen und Konzerten zusätzlich an und werden bei der Budgetplanung fast immer vergessen.

Wer außerhalb der Hauptsaison reist, zahlt bei Unterkünften teils die Hälfte. Für Städtereisen ist November der günstigste Monat.

Was nur regional beworben wird

Auch Handwerksmärkte und Kunsthandwerksausstellungen finden sich über das ganze Jahr verteilt, oft in Verbindung mit einem Ortsjubiläum.

Kleinere Formate haben zwei praktische Vorteile: Es gibt Platz und man zahlt selten Eintritt. Dafür ist das Programm kürzer.

Ein Fazit zur Planung

Das österreichische Veranstaltungsjahr ist dicht genug, dass man nie alles sieht. Sinnvoller als eine lange Wunschliste ist die Entscheidung für zwei oder drei Termine pro Saison.

Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.

Bei Festivals außerhalb der Städte fahren oft eigene Shuttlebusse vom nächsten Bahnhof. Diese Verbindungen stehen auf der Veranstaltungsseite und nicht im regulären Fahrplan.

Bei großen Festivals gibt es zunehmend Familienzonen mit Ruhebereichen und Gehörschutz für Kinder. Die Angebote unterscheiden sich allerdings stark.

Was den Sommer prägt

Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.

Das Grafenegg Festival in Niederösterreich setzt auf klassische Musik unter freiem Himmel. Gespielt wird auf der Wolkenturm-Bühne im Schlosspark.

Von Vorarlberg bis ins Burgenland

Die Steiermark hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Volkskultur und Kulinarik, mit Festen rund um Wein, Kürbis und Apfel im Herbst.

Kärnten und das Burgenland setzen stärker auf Seen und Freiluftveranstaltungen im Sommer. Im Burgenland kommen Weinfeste und Opernaufführungen im Steinbruch dazu.

Ein Jahr, vier Schwerpunkte

Grob geteilt hat das Jahr vier Schwerpunkte: die Ballsaison von Jänner bis Feber, die Frühlings- und Stadtfeste ab April, der Festivalsommer von Juni bis September und die Adventzeit ab Ende November.

Feiertage strukturieren den Kalender zusätzlich. Rund um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und den Nationalfeiertag am 26. Oktober häufen sich Veranstaltungen, weil lange Wochenenden entstehen.

Die kalte Jahreszeit im Kalender

Für die meisten Bälle gilt eine Kleiderordnung. Sie steht auf der jeweiligen Veranstaltungsseite und wird in der Praxis auch kontrolliert.

Die kleineren Märkte in den Bundesländern sind oft stimmungsvoller als die großen in den Innenstädten. Dafür haben sie eingeschränkte Öffnungszeiten, häufig nur an Wochenenden.

Häufige Fragen zu Veranstaltungen in Österreich

Was ist ein Kirtag?

Ein Ortsfest mit langer Tradition, meist am Namenstag des Kirchenpatrons. Kirtage finden über das ganze Jahr verteilt statt und kosten in der Regel keinen Eintritt.

Lohnt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

In den Städten fast immer, weil Parkplätze knapp und an Veranstaltungstagen oft gesperrt sind. Bei Festivals im Umland fahren häufig eigene Shuttlebusse.

Braucht man Tracht für Brauchtumsfeste?

Nein. Trachtenkleidung ist verbreitet, aber keine Voraussetzung. Alltagskleidung fällt bei keinem dieser Feste negativ auf.

Termine, Preise und Programmpunkte ändern sich. Vor der Anreise lohnt ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Veranstaltung.